Salvia divinorumWahrsagesalbei im Porträt
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  1. 01Die Pflanze
  2. 02Samen und Stecklinge
  3. 03Herkunft
  4. 04Salvinorin A
  5. 05Risiken und Sitter
  6. 06Rechtslage
  7. Über diese Seite

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Herkunft: der Wahrsagesalbei aus der Sierra Mazateca

Salvia divinorum wächst nur im Bergland der Mazateken in Oaxaca. Die Landschaft, der Name ska Pastora und wie die Pflanze 1962 in die Wissenschaft kam.

1.200 bis 2.500 mHöhenlage des Hochlands der Sierra Mazateca in Oaxaca, Mexiko (Reisfield 1993)

Nebelige Berghänge mit Bachschlucht und Kaffeesträuchern in der Sierra Mazateca (Illustration)
Lupe: über das Bild fahrenAusschnitt, dreifach vergrößert. Illustration.

Salvia divinorum ist endemisch in der Sierra Mazateca im Norden des mexikanischen Bundesstaats Oaxaca, dem Bergland der Mazateken. Außerhalb dieses Gebiets wurde die Pflanze nie wild wachsend gefunden (Reisfield 1993). Ihr traditioneller Gebrauch beschränkt sich auf diese kleine Region (Casselman und Kollegen 2014).

Ein nasses, zerklüftetes Bergland

Die Mazateken leben seit der Zeit vor der spanischen Eroberung in einem abgelegenen Gebiet zwischen den Bundesstaaten Puebla und Veracruz. Das Gelände ist steil und kaum eben. Reisfield nennt für das gemäßigte Hochland rund 1.200 bis 2.500 Meter Höhe. Nach Osten fällt es in tropisches Tiefland ab, das etwa 40 Prozent des Siedlungsgebiets ausmacht.

Huautla de Jiménez, der größte Ort, liegt auf etwa 1.700 Metern. Dort ist es kühl, nebelig und sehr nass: Reisfield gibt 256 Zentimeter Niederschlag pro Jahr an, in feuchten Jahren über 400 Zentimeter, bei einer Jahresmitteltemperatur von 61 Grad Fahrenheit, rund 16 °C. Nur zwischen Ende März und Anfang Mai gibt es eine kurze Trockenzeit.

Die Zerklüftung zeigt sich auch in der Sprache. Es gibt viele mazatekische Dialekte und eine Pfeifsprache, mit der sich Menschen von Berg zu Berg unterhalten können. Im Jahr 1955 wurde etwa die Hälfte des mazatekischen Tieflands für den Miguel-Alemán-Stausee geflutet. Mehr als 20.000 Mazateken mussten ihre Dörfer verlassen.

Wo die Pflanze wächst

Im Winter 1984/85 suchte Reisfield gemeinsam mit einem Kollegen nach Beständen und fand rund 15. Die meisten wuchsen in feuchten, schattigen Schluchten an Bachufern, manche zwischen Kaffeesträuchern unter Schattenbäumen. Typische Begleiter waren Reste von Nebelwald, etwa Amberbäume (Liquidambar). Ein Bestand bei Chilchotla, auf etwa 1.200 Metern, lag in einer Gegend mit durchschnittlich 472 Zentimetern Regen im Jahr.

An vielen Pflanzen waren Stängel abgeschnitten. Reisfield deutet das als Spur von Menschen, die Blätter für ihren Gebrauch gesammelt hatten.

Ska Pastora: der Name

Bei den Mazateken heißt die Pflanze ska María Pastora, kurz ska Pastora. Der Name verweist auf Maria als Hirtin (spanisch pastora). So steht er schon im Titel einer der grundlegenden Arbeiten, Valdés, Díaz und Paul (1983). Die US-Drogenbehörde führt "Maria Pastora" bis heute als gängigen Namen.

Der deutsche Name Aztekensalbei ist irreführend. Die Pflanze hat mit den Azteken nichts zu tun, sie stammt aus dem Gebiet eines anderen Volkes. Wahrsagesalbei trifft es besser. Das Drogenlexikon von drugcom.de nennt die Namen Zaubersalbei und Wahrsagesalbei.

Gebrauch bei den Mazateken

Valdés beschreibt ska Pastora als eines von mehreren bewusstseinsverändernden Mitteln, die mazatekische Ritualkundige verwenden. Er vergleicht sie mit den Samen der Trichterwinde Rivea corymbosa und mit psilocybinhaltigen Pilzen. Die Pflanze dient der Wahrsagung: In den Berichten suchen die Ritualkundigen in den visionären Zuständen Kontakt zu göttlichen Wesen und bitten sie um Rat für ihre Klienten (Siebert 2004).

Traditionell werden frische Blätter verwendet. Siebert hielt fest, dass der Wirkstoff im Magen-Darm-Trakt weitgehend unwirksam wird und über die Mundschleimhaut aufgenommen wird, bevor die Blätter geschluckt werden (Siebert 1994). Für die USA beschrieb Valdés 1994, dass die Pflanze in Kalifornien angebaut und getrocknet geraucht wird (Valdés 1994).

1962: die Pflanze kommt in die Wissenschaft

Die Expedition von Robert Gordon Wasson und Albert Hofmann im Jahr 1962 brachte die ersten blühenden Belege (Casselman und Kollegen 2014). Die beiden ritten durch das Bergland, fanden aber keine wilde Pflanze. Bewohner von San José Tenango brachten ihnen blühende Zweige, wollten sie aber nicht zu einer lebenden Pflanze führen. Hofmann schrieb später, eine Frau habe ihnen ein ganzes Bündel blühender Exemplare überlassen, ohne zu verraten, wo sie gewachsen waren (Reisfield 1993).

Aus diesem Material beschrieben Carl Epling und Carlos Játiva die Art noch im selben Jahr. Wasson schloss aus der Heimlichkeit, die Pflanze sei eine reine Kulturpflanze, die es wild vielleicht gar nicht gebe. Reisfields spätere Funde an Bachufern zeigten, dass sie sehr wohl außerhalb von Gärten wächst, aber eben nur dort, wo Mazateken leben.

Tradition und Handel

Getrocknete Blätter und Extrakte aus Smartshops stehen außerhalb dieser Tradition. In einer Befragung von 500 Menschen, die Salvia verwendet hatten, gaben 92,6 Prozent an, es meist zu rauchen oder zu verdampfen (Baggott und Kollegen 2010). Wer sich mit dem Wirkstoff beschäftigen möchte, liest weiter auf der Seite Salvinorin A. Wie man die Pflanze erkennt, steht auf der Seite Die Pflanze.

In den Niederlanden sind die Blätter legal erhältlich. Avalon Magic Plants verkauft sie, nur für einen Aufenthalt dort, nicht zur Einfuhr nach Deutschland.

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